Wettbewerbsvorteil durch Ausbildung und Förderung von Weiterbildung

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind ein stark wachsender Markt. Als Anbieter sind Qualität und Kompetenz Ihr Aushängeschild. Wenn Sie in Ausbildung und die Förderung der Weiterbildung investieren, können Sie sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und so Mitarbeiter und Kundinnen und Kunden gewinnen.

Durch Professionalität können Sie Ihr Unternehmen zu einem anerkannten Dienstleister machen, dessen Arbeit auch von sozialen Diensten, Kranken- oder Pflegeversicherung gefördert wird. Der Schlüssel zu mehr Professionalität sind Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich Ihre Dienstleistungen erbringen. Die Förderung betrieblicher Weiterbildungen und Qualifizierungsmaßnahmen stärken Ihre Mitarbeitenden. So ermöglichen Sie ihnen, als kompetente Fachkräfte qualitativ hochwertige, hauswirtschaftlich fundierte und kundenorientierte Dienstleistungen zu erbringen.

Weitere Informationen zur Aus- und Weiterbildung finden Sie hier.

Welche Qualifikationen werden benötigt und sichern Wettbewerbsvorteile?

Für die Arbeit im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen ist eine gute hauswirtschaftliche Fachkenntnis unerlässlich. Darüber hinaus sollten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein hohes Maß an sozialen und kommunikativen Kompetenzen im Umgang mit Kundinnen und Kunden mitbringen, insbesondere da sie ihre Arbeit im Privathaushalt ausüben und an die Bedürfnisse der Auftraggeberinnen bzw. Auftraggeber und der Arbeitgeberinnen bzw. Arbeitgeber anpassen müssen.

Aufgrund der besonderen Arbeitssituation und Verantwortung können haushaltsnahe Dienstleistungen nicht ohne entsprechende Qualifikation ausgeführt werden. Unternehmen, die kontinuierlich für Weiterbildung sorgen, sichern sich Wettbewerbsvorteile. Denn Angebote zur Qualifizierung erleichtern das Gewinnen neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ermöglichen Angebote für anspruchsvolle Kundinnen und Kunden.

Welche Ausbildungsberufe gibt es?

Wie kann man sich weiterqualifizieren?

Die Suche nach bestehenden Bildungsangeboten, die auf die Arbeit im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen vorbereiten, gestaltet sich oft schwierig. Das liegt daran, dass die Bildungsgänge sehr uneinheitlich benannt sind und die Landschaft der Bildungsträger regional sehr verschieden ist. Außerdem sind die Finanzierungsmöglichkeiten auf den ersten Blick nicht sehr leicht zu überschauen, da es viele verschiedene Förderungen für die Aus- und Weiterbildung gibt.

Die Bezeichnungen der Bildungsangebote orientieren sich häufig an den verschiedenen Arbeitsfeldern (zum Beispiel Reinigung und Service) oder an Bezeichnungen aus den Bereichen Hotellerie und Gastronomie sowie Gesundheits- und Assistenzberufe oder aus verwandten Berufsfeldern. Da hauswirtschaftliche Tätigkeiten sowohl im privaten Haushalt als auch in sozialen Einrichtungen (Krankenhäuser, Pflegeheime etc.) wahrgenommen werden, müssen Angebote zur Aus- und Weiterbildung auch in Bezug auf die jeweils geplanten Einsatzfelder betrachtet werden. Häufig finden sich beispielsweise Bildungsgänge mit dem Fokus „Servicekraft im Privathaushalt“, „Fachkraft in der Unterhaltsreinigung“, „Housekeeping und Service“ oder „Präsenzkraft/Betreuungsassistenz“. Angebote wie Haushaltstrainings oder der „Haushaltsführerschein“ vermitteln zwar Fachwissen für den privaten Haushalt, sind aber nicht zur Qualifizierung professioneller Dienstleisterinnen und Dienstleister geeignet, die in fremden Haushalten tätig sein sollen.

Die Anbieterinnen und Anbieter von Bildungsgängen und Qualifizierungsmaßnahmen sind ebenso vielfältig und regional unterschiedlich stark vertreten. Zu den häufigsten Anbietern von Bildungsangeboten im hauswirtschaftlichen Bereich zählen:

  • Fortbildungsinstitute
  • Fachinstitute (Spezialisierung auf bestimmte Fächer/Themen)
  • Berufsförderungswerke (Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt, Projekte für den beruflichen Wiedereinstieg)
  • Hauswirtschaftliche Berufsverbände (eigene Angebote zur Fort- und Weiterbildung)
  • Anbieter von Fernlehrgängen
  • Dienstleistungsunternehmen

Bei den Dienstleistungsunternehmen gibt es Anbieterinnen und Anbieter, die Schulungen zur Einarbeitung für ihre Mitarbeitenden organisieren, in Kooperation mit Bildungsträgern oder auch selbstständig. Zugleich gibt es (größere) Unternehmen, die selbst als Bildungsanbieter für hauswirtschaftliche oder verwandte Themen (auch für Nichtbeschäftigte) auftreten. Die umfangreichste Übersicht mit rund 1,9 Mio. Bildungsangeboten (Stand: 11/2015) bietet das KURSNET der Bundesagentur für Arbeit, Deutschlands größte Datenbank im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Standards für die Aus- und Weiterbildung haushaltsnaher Dienstleistender

Für die Qualifizierung von Fachkräften in haushaltsnahen Dienstleistungen fehlte es lange Zeit an Standards. Inzwischen bietet das Rahmen-Curriculum „Haushaltsbezogene Dienstleistungen“ der Deutschen Gesellschaft für Hauswirtschaft e.V. (dgh) einen Referenzrahmen für die Ausgestaltung von Aus- und Weiterbildungen.
Das Curriculum definiert dabei erstmals das Verständnis von haushaltsnahen Dienstleistungen und legt nicht nur Fachinhalte, sondern auch Themen wie Service- und Kundenorientierung oder Qualitätsaspekte im Sinne eines umsichtigen Handlungskonzepts (Konzept der vollständigen Handlung) zugrunde.

Das Rahmen-Curriculum sieht eine modulare, schrittweise Qualifizierung zu Fachkräften für haushaltsnahe Dienstleistungen vor. Im Anschluss an die Kernqualifizierung besteht außerdem die Option, nach Durchlaufen zweier Aufbaumodule die Abschlussprüfung als Hauswirtschafterin oder Hauswirtschafter (durchgeführt als Externenprüfung) abzulegen.

Förderung der Weiterbildung: Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Die Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für viele Unternehmen ein wichtiges Anliegen – und eine Gelegenheit, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Sofern die potenziellen Fachkräfte nachgeschult werden müssen, sind mit der Qualifizierung jedoch auch entsprechende Kosten verbunden.

Für die Förderung der beruflichen Weiterbildung gibt es verschiedene Wege, die sowohl Sie als Unternehmerin bzw. Unternehmer als auch Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst nutzen können:

  • Individuelle Förderung der Teilnehmenden über Bildungsgutscheine (der Arbeitsagenturen), Bildungsprämien (Bundesprogramm) oder Bildungs- bzw. Qualifizierungsschecks mancher Länder
    Weiterführende Links dazu:
    Bildungsgutscheine
    Bildungsprämie
    Bildungs- und Qualifizierungschecks
  • Finanzierung über Ländermittel
  • Refinanzierung über Maßnahmen und Förderprogramme der Bundesagentur für Arbeit, z. B. Perspektive Wiedereinstieg
  • Finanzierung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF)

Beim ESF gibt es sowohl eine Vielzahl von Förderprogrammen und Finanzierungsoptionen als auch Projekte, die bei Beschäftigungsträgern angesiedelt sind. Die Bewerbung um ein eigenes Projekt ist ebenfalls prinzipiell möglich. Die Antragstellung und Projektabwicklung sind allerdings aufwendig und erfordern viel Zeit.

Was ist bei Förderung und Weiterbildung noch zu beachten?

Gut ausgebildete und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Erbringung professioneller haushaltsnaher Dienstleistungen unumgänglich. Qualifizierung ermöglicht es Ihnen nicht nur, Ihren Mitarbeitenden existenzsichernde sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bieten, sondern schafft zugleich eine gute Basis für einen erfolgsversprechenden Kundenkontakt und passgenaue, zufriedenstellende Dienstleistungen.

Wenn Sie selbst nach Möglichkeiten der Qualifizierung suchen, so sollten Sie

  • Kooperationen mit regionalen Bildungsanbietern oder anderen Dienstleistungsunternehmen anstreben,
  • überlegen, inwieweit Sie selbst Qualifizierungen durchführen oder diese ausbauen können,
  • bei der Bundesagentur für Arbeit nach Möglichkeiten der finanziellen Förderung von Aus- und Weiterbildung sowie nach geeigneten Fachkräften fragen

Haushaltsnahe Dienstleistung als Serviceangebot der Arbeitgeberin bzw. des Arbeitgebers

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber jeder Branche können aber auch ihren eigenen Beschäftigten mit Serviceangeboten zum Thema haushaltsnahe Dienstleistungen mehr Zeit für Beruf und Familie ermöglichen. Oft sind solche Serviceleistungen mit wenig Aufwand für das Unternehmen verbunden. Und: Viele Angebote sind steuerlich begünstigt. Weitere Informationen hierzu bietet das „Checkheft familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen“ des Unternehmensnetzwerkes „Erfolgsfaktor Familie“.